Freiheit für Tibet - Stoppt Unterdrückung der Tibeter durch China - Free Tibet!

Tibet: Sponsoren fürchten weitere Eskalation in Tibet

Deutsche Olympia-Förderer lehnen Boykott aber ab - Menschenrechtler erhöhen Druck
Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Tibet wächst bei den deutschen Sponsoren der Olympischen Spiele in China die Sorge vor einer weiteren Eskalation. “Wir verfolgen die aktuellen Ereignisse in Tibet und China sehr aufmerksam und mit Sorge”, sagte eine Sprecherin der Daimler AG.

Bei Adidas hofft man “nach wie vor auf eine friedliche Lösung des Konfliktes”. Ein Rückzug von dem Sponsorenengagement ist für beide Unternehmen derzeit genauso wenig ein Thema wie für Volkswagen, die Deutsche Bahn, Payback oder die Sparkassen, die Olympia-Sponsoren oder exklusive Dienstleister sind. “Die Lösung der Menschenrechts-Probleme ist in erster Linie Aufgabe der Politik”, heißt es beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Der Druck auf die Unternehmen nimmt aber zu.
Seit knapp zwei Wochen geht die chinesische Zentralregierung mit Waffengewalt gegen Protestler in Tibet vor, und nicht nur in der Politik oder bei Menschenrechtsgruppen mehren sich die Stimmen, die einen Boykott der Spiele durch die Sponsoren verlangen. “Die Forderung, sich aktiv für die Verbesserung der Menschenrechtslage in China einzusetzen, gilt auch für private Unternehmen”, erklärte nun Amnesty International. “Von den deutschen Sponsoren Adidas und Volkswagen, die sich selbst zu ethischer und sozial verträglicher Geschäftsführung verpflichtet haben, erwarten wir eine konkrete Umsetzung”, hieß es. Weltweit hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) 63 Sponsoren für die Sommerspiele in Peking, die nach Schätzungen von Experten etwa 120 Mio. Dollar für ihr Engagement zahlen. Noch hat kein Sponsor aufgrund der Tibetkrise die Zusammenarbeit mit Peking eingeschränkt, erklärt das chinesische Organisationskomitee der Spiele. Adidas oder beispielsweise die Deutsche Bahn halten einen Rückzug von den Spielen für einen falschen Schritt. “Wir glauben, dass ein Boykott kontraproduktiv wäre und deshalb halten wir an unserem Engagement fest”, sagte eine Konzernsprecherin.
Bei der Deutschen Bahn denkt derzeit Jedenfalls niemand an Rückzug: “Unsere Logistiktochter Schenker sorgt unter anderem für die Lieferung der Ausrüstung von Medienvertretern in China - und damit dafür, dass die freie Presse aus Deutschland und aus aller Welt ihre Berichterstattung von den Spielen ausüben kann”, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Ein Boykott sei kein geeignetes Mittel für einen Wandel in der Volksrepublik, heißt es auch beim Autoriesen Volkswagen. “VW setzt auf Dialog und Völkerverständigung und hofft, dass bis August eine Lösung gefunden wird.” Für die Sommerspiele in China stellen die Wolfsburger dem Organisationskomitee eine Flotte von 6000 Fahrzeugen zur Verfügung. China ist für den VW-Konzern einer der attraktivsten Märkte weltweit. Im vergangenen Jahr war das Land mit 910 500 verkauften Autos der zweitgrößte Absatzmarkt nach Deutschland. Auch für Schenker ist China ein entscheidender Markt, die Bahntochter hat dort bereits 4100 Mitarbeiter an 70 Standorten. Während sich deutsche Manager außerhalb Chinas zurückhaltend geben, nehmen die Vertreter deutscher Konzerne in Peking selbst die Lage deutlich ernster. “Wir planen auch für den Fall, dass sich die Lage verschärft”, heißt es in einer Führungsetage. Dazu zählt etwa, dass notfalls die weltweite Werbung zurückgefahren und nur noch in China geworben werde. Entscheidend sei aber das Votum des IOC und der Bahn. “Wenn Schenker als Tochter eines deutschen Staatsunternehmens als Olympia-Förderer die Segel streicht, werden viele Unternehmen folgen”, meint ein hochrangiger Manager in Shanghai.(Von Marco Dalan, Nikolaus Doll Und Frank Seidlitz)Werden Sie Aktiv!
Hier finden Sie Aktionsmöglichkeiten und Petitionen (Olympia).

3 Kommentare

  1. Man müßte eine Petition an die Sponsoren starten, indem man seinen Unmut über die zusammenarbeit mit China äußert.
    Einen Aufruf zum Boykott von Produkte der Sponsoren wäre vielleicht sinnvoll.
    Die Olympischen Spiele sind kein Treffen der Sportler, sondern ein rein kommerzielles Event.

    Kommentar von lois — 29. März 2008 @ 09:38

  2. Das wäre vielleicht echt die beste Lösung, ein Boykott aller Produkte.
    Mich würde einmal interressieren, ob die Verantwortlichen dieser Sponsoren etwas anderes als Geld im Kopf haben.
    Ich werde mir die Spiele auf jeden Fall nicht angucken.

    Kommentar von renga — 1. April 2008 @ 18:36

  3. Irgendwie kommt mir die Situation mit den Olympischen Spielen sehr bekannt vor, und damals begann 3 Jahre nach den Spielen der 2. Weltkrieg…

    Kommentar von Manu — 2. April 2008 @ 11:26

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