Proteste beim Fackellauf in London / Dalai fühlt sich hilflos
Trotz zahlreicher Zwischenfälle beim Fackellauf in London hat der britische Premierminister Gordon Brown die Träger des olympischen Feuers vor seinem Amtssitz in Nummer 10 Downing Street empfangen. Auf der rund 50 Kilometer langen Strecke zwischen dem Wembley-Stadion im Nordwesten der britischen Hauptstadt und der Arena im Stadtteil Greenwich im Südosten kam es immer wieder zu Protestaktionen und Handgemengen.
35 Festnahmen
Ein Demonstrant versuchte, einer Läuferin die Fackel zu entreißen, ein anderer ließ einen Feuerlöscher hochgehen. Über 1000 Anti-China-Demonstranten sorgten allein vor der Downing Street für chaotische Szenen. Rund 2000 Polizisten mussten den Lauf quer durch London schützen. Bis zum späten Nachmittag gab es 35 Festnahmen. “Gesetzeskonformer, friedlicher Protest gehört zu den demokratischen Traditionen unseres Landes”, sagte die britische Olympia-Ministerin Tessa Jowell, “die Unterstützung für den Fackellauf ist nicht mit dem Einverständnis von Chinas Menschenrechtspolitik oder seinem Vorgehen in Tibet gleichzusetzen.”
Dalai Lama fühlt sich hilflos: Unterstützung für Olympia
Der Dalai Lama hat sich angesichts der Krise in Tibet “hilflos” gezeigt und die Menschen in seiner chinesisch besetzten Heimat erneut eindringlich zur Gewaltfreiheit aufgerufen.
Das Oberhaupt der Tibeter sagte in seinem nordindischen Exil in Dharamsala in einer Ansprache an seine Landsleute: “Ich weiß, ihr werdet auf jeder Ebene provoziert, aber es ist wichtig, dass wir uns an unsere gewaltfreie Praxis halten.” Von diesem Pfad dürfe nicht abgewichen werden, “wie ernst die Situation auch sein mag”. Der Dalai Lama wies erneut den Vorwurf Chinas zurück, er und die Exilregierung hätten die am 10. März entflammten Unruhen in Tibet angestiftet.
“Vorwürfe unwahr”
“Diese Beschuldigungen sind absolut unwahr”, hieß es in einer “Erklärung an alle Tibeter”, die der Dalai Lama nach einem Gebetstreffen in Dharamsala verlas. Er habe sich mehrfach für eine unabhängige internationale Untersuchung der Unruhen ausgesprochen. Sollte die chinesische Regierung Beweise für ihre Anschuldigungen haben, müsse sie diese der Welt offenlegen. “Nur Anschuldigungen zu erheben, ist nicht genug.” Der Dalai Lama betonte, er fordere seit 1974 eine Lösung für Tibet, die seiner Heimat Autonomie innerhalb Chinas gewähren würde. “Ich habe jedoch von Anbeginn an gesagt, dass die Tibeter in Tibet das Recht haben, die endgültige Entscheidung für die Zukunft Tibets zu treffen.”
“Kein Kampf mit dem chinesischen Volk”
Der Dalai Lama sagte, er unterstütze weiterhin, dass die Olympischen Spiele in Peking stattfänden. “Meine Position in dieser Sache bleibt unverändert. Ich bin der Meinung, die Tibeter sollten kein Hindernis für die Spiele verursachen.” Die Tibeter hätten das legitime Recht, sich für ihre Freiheiten und Rechte einzusetzen. Es sei aber nicht hilfreich, “wenn wir etwas unternehmen, das in den Köpfen der Chinesen Hass auslöst”. Die Tibeter führten keinen Kampf mit dem chinesischen Volk, sondern “mit einigen wenigen in der Führung der Volksrepublik China”. Der Dalai Lama sagte, er bete für alle Tibeter ebenso wie für alle Chinesen, die bei den anhaltenden Unruhen ihr Leben verloren hätten. Sollte seine Forderung nach einem Ende der Unterdrückung in Tibet und einem Abzug der bewaffneten Polizei und Truppen erfüllt werden, würde er den Tibetern raten, alle derzeitigen Proteste zu stoppen. Auch seine Landsleute außerhalb Tibets rief der Dalai Lama zur Gewaltlosigkeit auf. Es dürfe zu keinen Protestaktionen kommen, die auch nur annähernd als gewaltsam interpretiert werden könnten.
Liebe Tibet Freunde:
Solidarität mit Tibet und den Tibetern JA
friedliche Demonstrationen Ja
Gewalt Nein

Dalai Lama fühlt sich hilflos?
Wie kann jemand der so viel last und Erwartungen auf seinen Schultern trägt, wirken wie eine Feder?
Er kann uns nicht helfen, wir müssen uns Selbst helfen.
Aber wenn wir ihn Zuhören, können wir den Weg ahnen!
Kommentar von sabine — 10. April 2008 @ 13:44