Olympisches Feuer erreicht erfolgreich Gipfel des Mount Everest
Das olympische Feuer ist heute erfolgreich auf den Gipfel des Mount Everest gebracht worden. Es ist das erste Mal, dass das olympische Feuer den höchsten Gipfel der Erde mit einer Höhe von 8844,43 Metern erreichte.
In den frühen Morgenstunden stiegen am Donnerstag zwölf Bergsteiger des chinesischen nationalen Bergsteigerteams von einem Lager auf einer Höhe von 8.300 Metern auf den Gipfel des Mount Everest.
Um 9.10 Uhr Beijinger Zeit erreichten schließlich vier Fackelträger den Gipfel.
Das chinesische Staatsfernsehen zeigte am Donnerstag Bilder von einer Gruppe chinesischer Bergsteiger auf dem Gipfel des mit 8848 Metern höchsten Bergs der Erde. Die letzte Fackelträgerin war demnach eine Tibeterin, Cireng Wangu, die nach 09.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ) die Bergspitze erreichte.
Die Fackel wurde rund 40 Meter vor dem Gipfel an einer in einer Laterne aufbewahrten Flamme entzündet, die einer der rund ein Dutzend Bergsteiger in einem Rucksack trug. Das Staffelteam, in Anzüge mit dem Logo “Peking 2008″ gekleidet, feierte vor den TV-Kameras die Gipfel-Besteigung. “Wir sind auf dem Dach der Welt” und “Peking erwartet euch”, rief die Gruppe. Der Gipfelaufstieg hatte gegen 21.00 Uhr MESZ begonnen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete.
Die olympische Flamme, die anschließend vom Gipfel des Mount Everest zur Aufbewahrung nach Lhasa transportiert werden soll, wird im Juni schließlich mit der olympischen Fackel, die momentan durch andere Teile des Landes getragen wird, wieder zusammengebracht.
Der Fackellauf wurde vor allem im westlichen Ausland von teilweise heftigen Protesten gegen die Tibet-Politik Pekings begleitet. Seit Samstag ist das olympische Feuer nun im chinesischen Kernland unterwegs. Die Olympischen Sommerspiele werden am 8. August in Peking eröffnet.
Chinesen schänden den heiligen Berg der Tibeter
Fackellauf-Protest: Bergsteiger-Legende Reinhold Messner prangert die brutalen Methoden Pekings an „Die Tibeter verehren hohe Berge als Tanzplätze der Götter, der Naturkräfte. Diese Bindung will China zerstören.“ Der Mount Everest ist für das Volk des Dalai Lama das Symbol einer Kraft, die die höhere Natur der Menschen beseelt. „Für Peking dagegen sind Berge nur da, um als Öl- und Kohlereservoir ausgebeutet zu werden“, meint der Südtiroler Extremsportler. Messner selbst hat den höchsten Berg der Welt (8848 Meter) mehrfach bestiegen. Bei seinen Aufenthalten auf dem Dach der Welt hat er die Kultur der Tibeter kennen- und wertschätzen gelernt.
Deshalb unterstützt er seit Jahren den Freiheitskampf der Mönche. „Ich habe selbst erlebt, wie man in Lhasa bei Protesten Mönche niedergeknüppelt, halb tot auf Lkw geworfen hat.“ Einen Olympia-Boykott lehnt Messner trotzdem ab. Teilnehmerstaaten müssten jedoch in Peking klar Stellung beziehen. „Auf dem Dach der Welt passiert ein Verbrechen, das wir nicht verantworten können.“
