Freiheit für Tibet - Stoppt Unterdrückung der Tibeter durch China - Free Tibet!

Mönche stören Chinas Transparenz-Versuch / YouTube ist in China gesperrt

Es sollte eine sorgfältig reglementierte Demonstration chinesischer Offenheit werden: Erstmals seit alle ausländischen Beobachter Tibet verlassen mussten, haben die chinesischen Behörden wieder eine Gruppe internationaler Journalisten ins Land gelassen. Dutzende tibetische Mönche nutzten die Gunst der Stunde.

Während einer organisierten Journalisten-Visite in der tibetischen Hauptstadt Lhasa haben am Donnerstag Dutzende Mönche eine Protestkundgebung abgehalten. Wie mehrere Medien und ein Augenzeuge berichteten, brachten die Mönche im Jokhang-Tempel ihre Unterstützung für das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, zum Ausdruck. 26 ausgewählte Journalisten waren zwei Wochen nach schweren Unruhen in Lhasa zu dem Besuch in der sonst von der Außenwelt abgeschirmten Stadt eingeladen worden.Die Mönche unterbrachen die Rede eines chinesischen Regierungsvertreters, der sich zu den Unruhen in Lhasa äußerte. Der Regierungsvertreter sei ein Lügner, erklärten die Mönche. Sie riefen Slogans zur Unterstützung des Dalai Lama.
Über das Internet versuchen die Tibeter auf die Unterdrückung durch China aufmerksam zu machen. Dort aber zensiert man die Webseiten des Widerstands
Die Videoplattform YouTube ist in China gesperrt. Und mit ihr unerwünschte Filme über tibetische Proteste. Wer in China die populäre Videoplattform YouTube aufrufen will, erhält eine Fehlermeldung – die Seite ist seit Montag nicht mehr erreichbar. Grund dafür sind offenbar Bilder von den Protesten in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Neben Berichten der westlichen Nachrichtensender CNN und BBC, die in China ebenso blockiert werden, stehen auf den YouTube-Seiten auch Augenzeugenvideos der Unruhen.
Was dort zu sehen ist, kann den chinesischen Behörden nicht gefallen: Einer der Filme zeigt etwa die Versammlung von 4000 Demonstranten vor dem historischen Kloster Labrang. Die Demonstranten wissen selbst, dass ihnen solche Videos gefährlich werden können. Man sieht die Masse nur von hinten – fängt die Kamera doch ein Gesicht ein, wird es im YouTube-Film von einem schwarzen Balken abgedeckt. So soll den chinesischen Behörden erschwert werden, die Demonstranten zu identifizieren.
Die Tibeter nutzen nicht nur YouTube, um auf ihre Proteste aufmerksam zu machen. So finden sich auf der tibetischen Seite Phayul.com nicht nur Videos aus Lhasa, gezeigt werden hier auch die den tibetischen Unruhen folgenden Proteste auf der ganzen Welt. Die öffentliche Meinungsmache der chinesischen Regierung gegen die unbequemen Tibeter findet seine Fortsetzung im Internet. So berichtet die Organisation “Reporter ohne Grenzen”, dass auf chinesischen Videoseiten durchaus Filme von den Vorfällen in Lhasa zu finden sind. Doch anders als die Proteste in Lhasa sind sie nicht anti-chinesisch, sondern anti-tibetisch: Gezeigt werden ausschließlich Angriffe auf chinesische Geschäfte, oft begleitet von Kommentaren gegen die “separatistischen Tibeter”. Solche Videos lässt die Zensur unangetastet.
Mehr Infos finden Sie bei © zeit online

2 Kommentare

  1. Die “Gleichschaltung” der Medien und die verherrlichung militärkommunistischer Ideologien ist abstoßend! Haben die chinesischen Machthaber überhaupt keine Seele? Mitgefühl? Oder wenigstens ein kleiner Rest von dem, was wir Gewissen nennen?
    Anscheinend nicht, denn sonst würden sie keine unbewaffneten Mönche schlagen, foltern,erschießen. Dass wir Deutsche noch Entwicklungshilfe an diese Verbrecher zahlen, macht uns zu MITTÄTERN!

    Kommentar von Tobias Drachenreiter — 28. März 2008 @ 05:55

  2. Auf Wikileaks wurden am 18.03.2008 zahlreiche der zensierten Videos und Bilder veröffentlicht nachdem diese auf YouTube entfernt wurden.

    http://www.wikileaks.org/wiki/Wikileaks_releases_over_150_censored_videos_and_photos_of_the_Tibet_uprising

    Kommentar von Jan H. Krueger — 31. März 2008 @ 13:54

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