Dalai Lama klagt:”Ich stehe hilflos da und bete nur”
Hilfsappell und scharfe Worte aus dem indischen Exil.
“Wir haben keine Macht außer der Gerechtigkeit, Wahrheit, Aufrichtigkeit” … der Dalai Lama hat die chinesische Siedlungspolitik in Tibet als “kulturellen Völkermord” verurteilt.
Das geistliche Oberhaupt der Tibeter richtete einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft: “Ich stehe hilflos da und bete nur.”

Neu-Delhi – der Dalai Lama sieht die tibetische Kultur durch Chinas Siedlungspolitik bedroht. Die gezielte Ansiedlung von Chinesen lasse die Tibeter zur Minderheit im eigenen Land werden, sagte der Dalai Lama am Samstag.
In Tibets alter Hauptstadt Lhasa würden derzeit rund 100.000 Tibeter leben, aber doppelt so viele Chinesen. China nutzt die Ansiedlung von Han-Chinesen, also Chinesen der Mehrheitsethnie, seit Jahren als politische Strategie. Vor zwei Wochen waren in Tibet gewaltsame Proteste gegen die chinesische Regierung ausgebrochen.
Solidarität mit Tibet und den Tibetern! Sie alle haben im Fernsehen, im Rundfunk und in den Zeitungen die schlimmen Meldungen über die aktuellen Vorgänge in Tibet gehört. Die Tibeter brauchen gerade jetzt dringend Ihre Unterstützung. Helfen Sie ihnen durch Ihre Solidarisierung und unterzeichnen Sie die Petitionen der einzelnen NPO,s Organisationen!
Wir fordern die Volksrepublik China auf,
• den Besuch einer unabhängigen Untersuchungskommission der UNO nach Tibet zuzulassen und sofort Journalisten freien, uneingeschränkten Zugang zu allen tibetisch besiedelten Regionen (Autonome Region Tibet, Sichuan, Yunnan, Qinghai und Gansu) zu gewähren,
• endlich ernsthafte Verhandlungen mit S. H. dem Dalai Lama und der tibetischen Regierung im Exil über den zukünftigen Status Tibets zu führen,
• all unsere Landsleute, die jetzt verhaftet worden sind, und alle anderen tibetischen politischen Gefangenen unverzüglich freizulassen und keine weiteren Festnahmen vorzunehmen,
• die militärischen und para-militärischen Kräfte aus Tibet abzuziehen,
• der vielfältigen wirtschaftlichen Benachteiligung der Tibeter sofort ein Ende zu setzen.
Wir fordern die Bundesrepublik Deutschland auf,
• die VR China zu ernsthaften Verhandlungen mit dem Dalai Lama zu drängen,
• sich für die Entsendung einer Untersuchungskommission nach Tibet einzusetzen,
• auf die Freilassung aller tibetischen politischen Gefangenen zu dringen,
• ihren Außenhandel mit der VR China von der Einhaltung der Menschenrechte gemäß der Charta der Vereinten Nationen (UN) abhängig zu machen, sowie
• in allen internationalen Gremien die unverzügliche Herstellung einer echten politischen und kulturellen Autonomie Tibets zu fordern.
Wir fordern das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf,
• sicherzustellen, dass die Olympischen Spiele auch in der VR China der Idee des Friedens und der Völkerverständigung gerecht werden,
• endlich die Abhaltung der Spiele von einer durchgreifenden Verbesserung der Menschen¬rechtslage in den tibetisch besiedelten Gebieten sowie von ernsthaften Verhandlungen der VR China mit dem Dalai Lama abhängig zu machen,
• alle Regionen Tibets von der geplanten Route für den olympischen Fackellauf zu streichen, insbesondere den Aufstieg mit der Olympischen Fackel auf den Mount Everest.
