China / Tibet: Tibeterin stirbt an den Folgen der Folter
Nach Informationen, die das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie erhielt, starb eine Tibeterin, nachdem chinesische Gefängniswärter sie brutal gefoltert hatten.
Es handelt sich dabei um die 38jährige Nechung, Mutter von vier Kindern, die wenige Tage, nach ihrer Folterung verstarb. Sie stammte aus dem Dorf Charu Hu im Bezirk Ngaba (chin. Aba), “TAP” Ngaba, der zur Provinz Sichuan gehört.
Nach den erhaltenen Informationen war sie an den friedlichen Demonstrationen am 16. und 17. März im Bezirk Ngaba beteiligt gewesen. Sie wurde daraufhin am 18. März von den chinesischen Sicherheitskräften wegen der Beschuldigung verhaftet, sie sei die erste Person gewesen, die sich am Türschild der Gemeindeverwaltung zu schaffen gemacht habe, um es abzureißen. Am 26. März wurde sie aus dem Gefängnis entlassen. Sie hatte neun Tage im Gefängnis verbracht und war von den chinesischen Gefängniswärtern brutal gefoltert worden. Als sie entlassen wurde, war ihr Gesundheitszustand äußerst kritisch. Ihr Körper war von blauen Flecken übersät, sie war unfähig zu sprechen und Nahrung aufzunehmen, sie übergab sich ständig und konnte kaum mehr atmen. Nach ihrer Entlassung brachten ihre Verwandten sie sofort ins Distriktkrankenhaus. Doch die Verwaltung des Krankenhauses, dessen Träger die Regierung ist, weigerte sich, offensichtlich unter dem Einfluss der chinesischen Behörden am Ort, sie aufzunehmen, um dort rechtzeitig ärztlich behandelt zu werden. Jeglicher Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung wurde ihr verwehrt. Nachdem ihr Zustand 22 Tage lang unbehandelt und damit kritisch blieb, starb sie am 17. April 2008 von den lokalen Behörden völlig unbeachtet, ohne dass sich irgend jemand für ihren Fall interessiert oder Mitleid gezeigt hätte. Nach ihrem Tod jedoch erging behördlicherseits eine knappe Warnung an die tibetischen Mönche, für ihre verstorbene Seele keine Gebete und Rituale abzuhalten. Dies zeigt deutlich, daß die chinesischen Behörden in einem grausamen und bizarren Machtmissbrauch das Äußerste tun, um die tibetische Bevölkerung von der Wahrnehmung ihrer grundlegenden und wichtigsten Menschenrechte abzuhalten. Sie hinterlässt vier minderjährige Kinder. Ihr Mann ist nach ihrer Verhaftung geflüchtet und versteckt sich, weil er befürchtet, dass die Sicherheitskräfte auch ihn verhaften könnten.
Das TCHRD ist zutiefst besorgt über alle diese Fälle, in denen in den letzten Monaten Tibeter von den chinesischen Sicherheitskräften zu Tode gefoltert wurden. Dies ist der offensichtliche Beweis dafür, dass in China immer noch die Folter für tibetische Gewissensgefangene in den Gefängnissen eine weit verbreitete Praxis ist. Das TCHRD ersucht die chinesische Regierung dringend, der Folter in den Gefängnissen als Mittel zur Erpressung von Aussagen ein Ende zu setzen. Das TCHRD fordert ebenfalls die internationalen Gremien und die Organe der UNO auf, die lebenswichtigen und grundlegenden Rechte der tibetischen Bevölkerung in Tibet zu schützen.

es ist eine schande was in dieser welt abläuft, vor unser aller augen, eine mutter von vier kindern stirbt und es interressiert niemanden. unglaublich was für unmenschliche zustände dort herrschen, es wird zeit das sich etwas
ändert!
Kommentar von esi — 7. Mai 2008 @ 16:19
Was gibt es doch für abscheuliche, unmenschliche Handlungsweisen in chinesischen Gefängnissen.
Wie tief muß ein Mensch innerlich sinken, um solche herzlosen Dinge zu tun?
Die Welt sollte solche schlimmen Dinge nicht mehr zulassen!
Doch jeder Staat beruft sich ja auf innere Angelegenheiten, auf diese Weise kann man ja tun und lassen, was man will!
Einfach grausam!!!
Kommentar von Sascha Bayer — 7. Mai 2008 @ 18:22
Tja, “die Welt” sollte solche Dinge nicht mehr zulassen, das ist wahr… Nur leider sitzt das Problem an Stellen, wo wir kleine Menschen nicht dran kommen… Zum Beispiel Gesetzte, die Raum für solche Greueltaten schaffen…. Einfach unfassbar… Aber: Menschen sind Menschen - einfach nicht fähig!
Kommentar von Nico — 7. Mai 2008 @ 23:04