China setzt Kritik am Dalai Lama trotz Gesprächen fort
Dharamsala (AFP) - Die chinesische Regierung und die Gesandten des Dalai Lama wollen ihre Treffen auch nach der ersten Gesprächsrunde fortsetzen. “Die chinesische Zentralregierung und die privaten Vertreter des 14. Dalai Lama haben weitere Kontakte und Beratungen zu einem geeigneten Termin vereinbart”, meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.
Zuvor waren beide Seiten zu ersten Gesprächen seit einem Jahr in der südchinesischen Stadt Shenzhen zusammengetroffen. Die olympische Fackel kehrte derweil nach China zurück und wurde auf der Ferieninsel Hainan bejubelt. Bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen wiederholten die Regierungsvertreter laut Xinhua ihre Forderung, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter sein Engagement für eine Unabhängigkeit Tibets sowie Versuche, die Olympischen Spiele in Peking zu sabotieren, unterlassen müsse. Dies seien Bedingungen für eine Fortsetzung des Dialogs. Der Dalai Lama hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Der scharfe Ton ließ bei Experten Zweifel an einer Kompromissbereitschaft Chinas wachsen. Seit 2002 hat es sechs Treffen zwischen China und Gesandten des tibetischen Oberhaupts gegeben. Keines brachte einen Durchbruch. Die Vorbereitung der Olympischen Spiele, von denen Peking sich eine Aufwertung seines internationalen Rufes erhofft, war durch die am 10. März ausgebrochenen Unruhen in Tibet überschattet worden. Nach Protesten am Rande des olympischen Fackellaufs in zahlreichen Ländern wurde die Flamme nach ihrer Rückkehr ins chinesische Kernland am Samstag einhellig bejubelt. Chinesische Sport- und Showstars trugen das Feuer durch Sanya auf der Ferieninsel Hainan.
