Freiheit für Tibet - Stoppt Unterdrückung der Tibeter durch China - Free Tibet!

China führt Medien „sein“ Tibet vor. Kein Deutscher Journalist war dabei

Peking lud zu Lhasa-Blitzreise. Chinesische Zeitungen und Fernsehsender zeigen seit Tagen immer wieder Bilder der Verwüstung durch Tibeter. Unter den auserwählten Korrespondenten war kein deutschsprachiger.

PEKING. Eine kleine Gruppe von Journalisten, sorgfältig ausgewählt von der chinesischen Regierung, konnte gestern erstmals seit den Unruhen in die tibetische Hauptstadt reisen. Sie durften knapp drei Tage in Lhasa bleiben. „Die Situation ist wieder ruhig“, erklärte Regierungssprecher Qin Gang. Mit der straff organisierten Blitzreise reagierte die Regierung auf ausländische Kritik an der Abschottung, die eine unabhängige Berichterstattung unmöglich macht.
Was sie in Lhasa sehen sollen, erfuhren die 26 Korrespondenten im Voraus: Auf dem Programm standen vor allem Gespräche mit Opfern der Unruhen am 14. März. An diesem Tag waren anfänglich friedliche Proteste für die Freilassung inhaftierter Mönche und die Rückkehr des Dalai Lama in Randale umgeschlagen, die sich gezielt gegen Han-Chinesen und Angehörige der muslimischen Hui-Minderheit richteten. Nach offiziellen Berichten sollen sich in den letzten Tagen über 660 Personen der Polizei gestellt haben, die an der Gewalt beteiligt gewesen seien. Insgesamt 20 Menschen seien ums Leben gekommen. Chinesische Zeitungen und Fernsehsender zeigen seit Tagen immer wieder Bilder der Verwüstung durch Tibeter. In zahlreichen Kommentaren wird ausländischen Medien Doppelmoral, Falschinformation und verzerrte Berichterstattung vorgeworfen.
Peking (AFP) — In der Debatte über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking werden jetzt auch Wirtschaftssanktionen diskutiert. “Man muss darüber reden, welche Güter man nach China liefert und wie die Wirtschaftsbeziehungen sind”, sagte der Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe, Johannes Pflug (SPD), der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow schloss einen Olympia-Boykott nicht aus. Ausgesetzt werden könne zum Beispiel die Lieferung von Gütern der Hochtechnologie und des Energiesektors, sagte Pflug. Es sei an der Zeit, dass sich die internationale Gemeinschaft “stärker mit der Tibet-Frage auseinandersetzt”. Von einem Olympia-Boykott riet der SPD-Politiker ab. Dies würde nur dazu führen, dass “der Einfluss der daran beteiligten Staaten auf die chinesische Politik anschließend gegen Null geht.”
Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (Määählach CDU) ist gegen einen Boykott. Dieser “wäre nicht im Sinne derer, die in China für eine Veränderung kämpfen”, sagte Schäuble dem Magazin “Vanity Fair”. “Man darf vom Sport nicht verlangen, dass er Probleme löst, die die Politik noch nicht lösen konnte. Wir setzen auf eine Öffnung Chinas und hoffen, dass die Spiele sie fördern.”
Kolbow vertrat hingegen die Ansicht, die Olympischen Spiele in China dürften nicht “um jeden Preis” stattfinden. Die Kriterien seien Menschenrechte, rechtliche Standards, Transparenz und Dialog sowie eine Abkehr von Gewalt gegenüber den Tibetern, sagte er.

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