Appelle aus aller Welt
Peking gibt Schüsse zu:Mehr als eine Woche nach Ausbruch der Proteste in Tibet hat China erstmals zugegeben, das Feuer auf tibetische Demonstranten eröffnet zu haben. Nach der Ausbreitung der Unruhen von Lhasa auf andere Orte in Tibet und angrenzenden Provinzen trafen große Truppenkontingente zur Kontrolle der Lage ein. Politisch verhärteten sich die Fronten.
China lehnte jedwede ausländische Vermittlung ab. Der Dalai Lama erneuerte aber sein Gesprächsangebot.
Als Zeichen der Solidarität mit den Tibetern traf die Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, im indischen Dharamsala mit dem Dalai Lama zusammen. Sie rief alle “freiheitsliebenden Menschen” auf, ihre Stimme gegen die “chinesische Unterdrückung” zu erheben. In einem Telefongespräch mit ihrem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi forderte US-Außenministerin Condoleezza Rice von China Zurückhaltung gegenüber den Tibetern.
Der Nobelpreisträger Wiesel (New York) verbreitet mit Kolegen den Aufruf
“Wir protestieren gegen die unvertretbare Kampagne, die die chinesische Regierung gegen unseren Nobelpreis-Kollegen, den heiligen Dalai Lama, führt”, Zugleich wurde Peking aufgefordert, “so schnell wie möglich Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama aufzunehmen, um eine friedliche und gegenseitig förderliche Lösung der Tibetfrage zu erreichen.” Neben Wiesel unterzeichneten auch die Friedensnobelpreisträger John Hume (1998) und Betty Williams (1976), die Literaturnobelpreisträger John Coetzee (2003) und Wole Soyinka (1986) sowie zahlreiche Naturwissenschaftler den Aufruf.
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