11 Jahre Haft für chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo. Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum 63. Mal. Dennoch gibt es auf der Welt keinen wirksamen Schutz der grundlegenden Menschenrechte.
Der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo ist zu einer ungewöhnlich hohen Haftstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Das Erste Mittlere Volksgericht in Peking befand den 53-Jährigen der “Agitation mit dem Ziel des Umsturzes der Regierung” für schuldig. Liu Xiaobo hatte einen Appell für Demokratie und Menschenrechte in China initiiert. Zudem hatte er die Ein-Parteien-Herrschaft der Kommunistischen Partei scharf kritisiert.
Am 10. Dezember 2009 war der 20. Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an Seine Heiligkeit den Dalai Lama
Allein in diesem Jahr wurde er mit folgenden Preisen und Würdigungen
ausgezeichnet:
x Ehrenbürgerschaft von Warschau
x Ehrendoktorat der Universität Marburg
x International Freedom Award des National Civil Rights Museum in
Memphis
x Prize for Love and Forgiveness des Fetzer-Instituts in Vancouver
x Ehrendoktorwürde der Universität Calgary
x Tom Lantos Menschenrechtspreis in den USA
Diese Auszeichnungen wurden Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama zusätzlich zu der weltweit wohl am meisten geachteten Ehrung, dem Friedensnobelpreis, zuteil, den er 1989 verliehen bekam. Deshalb ist der heutige Tag nicht nur für seine Anhänger, besonders die Tibeter in seiner traditionell das „Schneeland“ genannten Heimat, sondern für alle friedliebenden Menschen auf der ganzen Welt ein denkwürdiger Tag. Zu dieser besonderen Gelegenheit möchte der Kashag im Namen aller Tibeter Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama seine tiefempfundene Dankbarkeit für alles, was er für uns getan hat, zum Ausdruck bringen. Wir beten, dass ihm ein langes Leben beschieden sein möge um der Menschheit im Allgemeinen willen, und insbesondere aber um der Menschen im „Schneeland“ willen, die immerdar zu ihm aufblicken und hoffen, eines Tages wieder seiner erbarmungsvollen Gestalt ansichtig zu werden. Der Kashag betet auch dafür, dass er seine verdienstvollen Werke im religiösen und weltlichen Bereich noch lange weiterführen können möge. Mehr Infos über Menschenrechte und Free Tibet
Heute jährt sich die Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum 63. Mal. Dennoch gibt es auf der Welt keinen wirksamen Schutz der grundlegenden Menschenrechte. Im Gegenteil: Die militärisch und wirtschaftlich starken Nationen triumphieren immer mehr über die schwächeren Länder. Es ist, wie wenn ein großes Insekt das kleinere frisst. Die politische und wirtschaftliche Globalisierung ist der Hauptgrund für die Nichtachtung der Menschenrechte und sie führt zur systematischen Ausrottung traditioneller Kulturen und Religionen; einheimische Bräuche und Sprachen von Völkern und Gemeinwesen werden vernichtet. Doch statt sich diesen Herausforderungen zu stellen, zieht man es vor, sie nicht einmal wahrzunehmen. Das ist der Grund für unsere Besorgnis.
Am 1. Oktober dieses Jahres beging China den 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik. Im Rahmen der Festlichkeiten gab es eine gewaltige, achtungsgebietende und furchteinflößende Militärparade. Einigen Kommentaren in den Medien zufolge war ihr Zweck nicht die Einschüchterung äußerer Feinde, sondern sie zielte in erster Linie auf die Tibeter, die Uighuren und Dissidenten in China ab, die andere Werte haben als die des chinesischen Regimes. So wurden die Demonstrationen in Ostturkestan (chin. Xinjiang) im Juli dieses Jahres grausam unterdrückt und auch bei den friedlichen Protesten in ganz Tibet im vergangenen Jahr kamen durch das brutale Vorgehen der chinesischen Regierung unzählige Menschen ums Leben.

Ganz besonders besorgt sind wir über das Schicksal des jungen Panchen Lama, Gendun Choekyi Nyima, den die chinesische Regierung im Kindesalter festnehmen ließ, womit sie grob gegen die UN-Konvention über die Kinderrechte verstieß. Obwohl er inzwischen 20 Jahre alt ist, werden ihm noch immer seine Menschenrechte verweigert, und niemand kennt seinen Aufenthaltsort. Wir fordern die sofortige Freilassung aller unschuldigen politischen Gefangenen einschließlich Gendun Choekyi Nyima.
